Erkältung/Grippe als Gesundheitsvorsorge

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1962 veröffentlichte H. Noguchi "Der Nutzen der Erkältung". Es handelt sich um den Nutzen, nicht um die Heilung. Das ist keine Nuance, dazwischen liegen Welten.

DIE ERKÄLTUNG

Als Haruchika Noguchi (Gründer des Seitai) noch Therapeut war, fand er nichts so schwer zu behandeln wie eine Erkältung. Selbst Krebs bereitete ihm nicht solche Schwierigkeiten.

Erkältungen, warum ist das schwierig? Wegen ihres unvorhersehbaren Charakters.

Eine jede Krankheit hat einen normalen Entwicklungsverlauf, den die Fachleute an­hand der Reaktion, die sich über den Körper herstellt, feststellen können. Noguchi konnte sehen, wo und wann man stimulieren mußte, und er konnte bei jedem einzel­nen Fall voraussehen, wie viel Zeit der Prozeß in Anspruch nehmen würde, um ans Ziel zu kommen.

Mit der Erkältung funktioniert das überhaupt nicht so. Diese konnte sehr gut ver­schwunden sein, bevor Noguchi auch nur die Zeit hatte, ihre Entwicklung zu unter­suchen. Oder sie konnte sich genauso gut in eine andere Krankheit verwandeln. Er machte sich also ans Untersuchen, um zu wissen, welche Gattung Individuum ge­neigt ist zu welcher Gattung Erkältung, die zu einer anderen Krankheit entarten könnte. Jeder Fall zeigte Unterschiede, je nach dem speziellen Terrain des Individuums. Die Erkältung war der Ausgangspunkt für das Studium des „taiheki", der speziellen Tendenzen des Terrains bei den Individuen.

Noguchi war nicht der Mensch, der sich mit Vermutungen zufrieden gab. Er hatte ein unstillbares Bedürfnis danach, für jeden Fall getrennt jede Entwicklungsphase selbst zu prüfen, um dabei ein reines Herz zu haben, um sich zu überzeugen. Nach vierzig Jahren des Praktizierens gelangte er dahin, die Erkältung bei Personen, die er kannte, zu verstehen. Aber er konnte nichts behaupten über eine Erkältung von Per­sonen, bei denen er keine Gelegenheit zur genauen Prüfung hatte.

Es war etwa 1962, als er eine Broschüre mit dem Titel "Der Nutzen der Erkältung" schrieb. Dabei stützte er sich vor allem auf das, was er in den letzten zehn Jahren herausgefunden hatte. Wohl verstanden: Es handelt sich um den Nutzen, nicht um die Heilung. Das ist keine Nuance, dazwischen liegen Welten.

Für unseren gewöhnlichen Verstand ist eine Erkältung nur eine kleine Störung der Gesundheit, nicht so ernst wie eine Krankheit. Man wird seine Vorstellung darüber von dem Moment an ändern, wo man weiß, daß Kinderlähmung und Pocken nichts anderes als Abarten der Erkältung sind.

Die allgemein bekannte Methode zum Schutz vor den verheerenden Schäden, die daraus resultieren können, ist die Impfung, das heißt der Kampf gegen das Virus.

Die Idee von Noguchi ist ganz anders. Das Virus ist ihm egal. Bei den lebendigen Menschen produziert dieselbe Ursache nicht dasselbe Ergebnis. Alles hängt vom Zustand des Terrains ab. Wenn das Terrain gut regeneriert ist, kann es das Unglück in Glück verändern.

Das Kolibakterium hilft uns beim Verdauen der Nahrung, aber bei einem geschwächten Terrain kann es Arthritis oder andere Unannehmlichkeiten verursachen.

Wie konnte Noguchi den Zustand des Terrains prüfen? Er hatte nicht zu komplizier­ten Untersuchungsinstrumenten Zuflucht genommen. Er beobachtete einfach von außen.
Das Prinzip ist sehr einfach. Hier ist es.

Ein gesunder Körper ist elastisch.

Das kann sich übertragen in eine große Amplitude der Muskulatur, anders gesagt, es gibt einen großen Abstand in den Muskeln während des Moments der Anspan­nung und des Moments der Entspannung. Ein gesunder Körper ist mit einem neuen Gummizug vergleichbar, der sich leicht ausdehnen und verkürzen läßt.

Diese Elastizität verringert sich in dem Maße, wie man altert. Wenn die Muskelampli­tude auf null geht, hört man auf zu leben.

Der Tod erfolgt also nicht plötzlich. Man nähert sich dem Tod durch einen graduellen Verlust an Elastizität an. Wenn man die Beobachtungsgabe Noguchi’s hätte, wäre es äußerst interessant zu sehen, wie die Leute Stück für Stück ihre "biologische" Ge­schwindigkeit verlangsamen, um an der Endstation anzukommen. Es gäbe keine Überraschung oder Verwirrung.

Indem man so eingenommen ist von der Sorge ums Geld, vom erbitterten Kampf gegen die Krankheiten und vom Ehrgeiz nach Macht, hat man nicht die Zeit, dieses schöne Schauspiel zu genießen, das sich vor unseren Augen abspielt.

Trotzdem kann man mitunter während der Sitzungen der Regenerierenden Bewegung seltsame Dinge feststellen. Der Geber hinten legt seine Hand auf den Rücken des Empfängers. Gefühl von Überraschung. Man sagt sich: "Aber das ist ja eine Mauer aus Beton." Wenn man diesen Betonmauern sagt, sich zu entspannen, verhärten sie sich im Gegenteil. Je mehr sie versuchen sich zu lockern, desto mehr spannen sie sich an. In ihrem Empfinden sind An- und Entspannung komplett vermengt. Indem sie unfähig sind, die kleinen Störungen zu spüren, denen der Organismus ständig unterliegt, fühlen sie sich gesund.

Sie erkälten sich noch nicht einmal. Und eines schönen Tages fallen sie um, steif wie ein Brett. Dann sucht man nach der Todesursache und klebt ein Etikett auf: Gehirnblutung, Leberzirrhose, etc.

Ich frage mich, ob diese Etiketten wirklich nötig sind, weil sie schon an der Endstation ihres Lebens angekommen sind. Wenn ein altes Gummiband reißt, muß man dann noch herausfinden, ob das passiert ist, weil Robert zu stark daran gezogen hat oder weil ein großer Lastwagen vor der Tür vorbeigefahren ist?

Die Verringerung der Amplitude ist indessen beim Individuum nicht gleichförmig. Es gibt Partien, die sich schneller abnutzen als der Rest. Wenn man Schuhsohlen be­trachtet, dann ist die Abnutzung nicht gleichförmig. Der Mensch ist ein Tier, er führt ständig Bewegungen aller Art aus: aufstehen, hinsetzen, gehen etc. Da der Mensch nicht perfekt ist, ist die Haltung nicht völlig ausgewogen.

Es gibt also Körperpartien, die eine größere Belastung vertragen als die übrigen. Kraft der Belastung, unter der sie stehen, verhärten sich diese Partien und verlieren die Muskelamplitude. In diesen Partien lokalisiert sich die Ermüdung, ohne daß sich jedoch die Person des­sen bewußt ist.

Noguchi entdeckte die lokalisierte Ermüdung bei jedem seiner Klienten und beob­achtete ihre Entwicklung. Tatsächlich stellt sich die lokalisierte Ermüdung nur an einem Punkt im gesamten Körper her. Die anderen Punkte, die müde erscheinen, sind nur sekundär und sind nach einer durchschlafenen Nacht wieder erholt. Die wahre lokalisierte Ermüdung hält an, und es gelingt nicht, sich durch Ausruhen zu erholen.

Man kann sich entspannen, wie man will, die lokalisierte Ermüdung bleibt unverän­dert. Sie befindet sich außerhalb des willentlichen Umkreises Entspannung - Anspan­nung. Wenn dieser ermüdete Punkt bis zu einem gewissen Grad seine Elastizität verliert, erkältet sich das Subjekt. Die Elastizität stellt sich nach dem Durchlaufen eines Katarrhs wieder her, jedoch unter der Bedingung, keine zu künstlichen Ein­griffe anzuwenden und den normalen Entwicklungsablauf zu respektieren.

Daher kam Noguchi die Idee, daß die Erkältung keine zu heilende Krankheit ist,
sondern eine natürliche Funktion des Organismus
, sich wieder instand zu setzen.

Wenn die Natur ihre Arbeit macht, wäre es das beste, sie arbeiten zu lassen. Das ist ganz einfach. Aber in der Realität passiert genau das Gegenteil. Man macht alles, um zu verhindern, daß die Natur ihre Arbeit macht.

Die Krankheit spielt im sozialen Leben eine Rolle, die durch die Gesellschaft und für die Gesellschaft festgelegt ist. Das arme Individuum kann sich dem nur schwer ent­ziehen.

Die Nase, die läuft, ist eine gute Reaktion des Organismus. Er versucht, schlechte Elemente, die in der Luft enthalten sind, zu eliminieren. Das zeigt, daß der Organis­mus genügend sensibel ist, um zu reagieren.

Aber man fühlt sich anderen gegen­über schlecht, und um dies zu vermeiden, versucht man sich nicht zu erkälten. Man gelangt dahin, indem man die Haut in kaltem Wasser reibt, oder indem man zu an­deren disziplinierenden oder präventiven Methoden Zuflucht nimmt.

Man hört auf sich zu erkälten, aber gleichzeitig setzt man sich Gefahren wie Ge­hirnblutungen oder anderen Krankheiten aus, trotz scheinbar kerniger Gesundheit, denn der Körper verliert seine Sensibilität zu reagieren.

Der Seitai-Stabilograph konnte mit Zahlen verschiedene Punkt bestätigen, die von Noguchi behauptet wurden. Es besteht eine enge Beziehung zwischen der Haltung und der Erkältung und gleichermaßen der Sensibilität.

Wenn die Gewichtsverteilung auf dem Stabilographen gestört ist, erkälten sich die Leute. Nach dem natürlichen Durchlaufen der Erkältung normalisiert sich die Vertei­lung.

Man kann zwischen zwei unterschiedlichen Einstellungen wählen. Die eine besteht darin, die Arbeit der Natur zu respektieren und davon zu profitieren, um das Terrain zu verbessern. Die andere besteht darin, unmittelbare Wirkungen zu suchen, um sich in Übereinstimmung mit den Forderungen der Gesellschaft zu bringen. Ich werde jedenfalls nicht für Sie entscheiden.

Nach Noguchi ist die Erkältung keine allgemeine Beschwerde des Körpers, sondern eine Verzerrung, die örtlich ein spezielles Organsystem trifft.

Man erkältet sich, wenn das Gehirn nach einer zerebralen Überanstrengung ermüdet ist. Man erkältet sich, wenn man zuviel gegessen hat, wodurch man dem Verdauungssystem eine Überla­stung aufgebürdet hat. So oder so, wenn ein Organsystem in Bezug auf den gesam­ten Organismus zuviel arbeitet, wenn es eine lokalisierte Ermüdung gibt, dann erkäl­tet man sich.

Die Erkältung ist also das Ergebnis von einer bestimmten übermäßigen Aktivität des Menschen, die den Verlust muskulärer Elastizität in der betroffenen Körperpartie hervorruft, und in folge dessen das Ungleichgewicht in der Haltung, das durch diesen Verlust charakterisiert ist.

Diese Gleichgewichtsstörung der Körperhaltung ist nicht etwas Imaginäres oder Hypothetisches. Mit Hilfe des Stabilographen kann es bewiesen werden. Während ei­ner Reise nach Japan, die ich organisiert hatte, bot sich den Französischen und Schweizer Teilnehmern die Möglichkeit, auf eine Seitai-Waage zu steigen. Das Meß­ergebnis wurde auf einem Blatt Papier notiert, für jeden mit Namen und Ziffern der Quadranten. Indem er einfach diese Ziffern betrachtete, wies einer von Noguchi’s Söhnen darauf hin, daß drei der Teilnehmer erkältet waren oder an dem Punkt wa­ren, sich zu erkälten. Die Betreffenden bestätigten das auf der Stelle.

Man erkältet sich nicht auf irgendeine Art und Weise. Die Erkältung derjenigen, die sich ständig von Sorgen erdrücken lassen, unterscheidet sich von jener der Alkoho­liker, die sich in einer verhärteten Leber festmacht: erstere ergreift das Nervensy­stem, während letztere das System ergreift, das mit der Leber in Verbindung steht. Es gibt auch die Erkältung, die das System in Beziehung mit den Nieren ergreift: bei denjenigen, die an den Heißhunger auf zu reichhaltige Nahrung gewohnt sind. Nach Durchlaufen der Erkältung, die eine betreffende Stelle angreift, entledigt sich diese Stelle der lokalisierten Ermüdung und erlangt ihre Elastizität wieder.

Und das Virus? Wir haben keinen Grund, es als Feind zu behandeln, wenn es uns dazu dient, den Prozeß auszulösen.

Herbstzeit Grippezeit - Frühlingszeit Erkältungszeit - WARUM?
Auch wir sind Natur...
der Körper passt sich den Jahreszeiten an (Herbst-Kälte/Frühjahr-Wärme); sind die Anpassungsfunktionen blockiert unterstützt uns Fieber und entsprechend dem "taiheki" Reinigungsprozesse wie Durchfall, Übelkeit, Husten, Niesen, ect...
Link zu Interview mit Jo  Conrad "bewusst.tv" zum Thema "GrippeSinn"

Noguchi empörte sich über die Tatsache, daß wir leichtfertig eine Erkältung behan­deln und ihren Nutzen völlig ignorieren. Indem man den natürlichen Prozeß der Wiederherstellung unterbricht, behält man die Steifheit des Körpers bei, was mit der Steifheit des Geistes einhergeht. (Noguchi empfiehlt die Seitai-Praktik "Katsugen-undo" um Körper und Geist seine natürliche Elastizität wieder zu erlangen)

Ein sensibler Körper erkältet sich schnell und häufig, mit einem Katarrh, der nicht lange dauert. Bei Noguchi dauerte die Erkältung zwischen 40 Minuten und zwei Stunden. Zwei Dutzend mal niesen, und sie ging vorbei. Bei jedem Niesen fühlte er die Entspannung des Körpers, und je nach Körperstelle, wo das Geräusch eine Vi­bration erzeugte, diagnostizierte er. Hatschi! Ah, ich haben zuviel getrunken, oder zuviel gegessen oder zuviel Kopfarbeit gemacht. Das brachte ihn dazu, über den Gebrauch seines Körpers nachzudenken.

Die Nutzung der Erkältung stellte kein Problem dar, wenn es um ihn selbst ging. Es genügte ihm, die konzentrierte Einatmung zu machen. Diese besteht darin, entlang der ganzen Wirbelsäule einzuatmen. Man atmet Stück für Stück ein, und die Wirbel­säule richtet sich wieder gerade. Wenn sie völlig geradegerichtet ist, stellt sich ein leichtes Schwitzen auf der Wirbelsäule ein. Man beendet die Einatmung, indem man sich leicht dreht. Dauer dieser Einatmungsübung: zwei oder drei Minuten.

Man fühlt auf der Wirbelsäule die Stelle, wo die Ermüdung lokalisiert ist, wo die Einatmung schwer durchkommt. Man kann einen Anwesenden bitten, dort die Hand hinzulegen oder dort die Ausatmung zu machen. Man kann auch die Regenerie­rende Bewegung "Katsugen-undo" machen, ganz einfach.

Wie schwierig, wenn es sich um andere handelt. Das Mittel ist zu einfach, als daß man es noch lehren könnte. Wenn es einem gelingt, umso besser. Wenn nicht, ge­nügt es weiter-zumachen, aber im allgemeinen läßt man es bleiben, entmutigt, denn es dauert manchmal Jahre, bevor es gelingt.

Die Einatmung ist je nach Individuum auf unterschiedlicher Höhe blockiert. Das kann nicht, wie elektrischer Strom oder anderes, mit den bekannten Meßgeräten bewie­sen werden, sondern jeder weiß das für sich auf der Ebene des Fühlens. Man fühlt, daß es nicht durchkommt, daß es nicht weiter durchdringt.

Wenn der Kopf nicht zu sehr durch Vorstellungen versperrt ist, kann der unvorein­genommene Beobachter an demselben Gefühl teilnehmen wie das Subjekt, das ver­sucht einzuatmen, nur indem er seine Aufmerksamkeit auf das Subjekt richtet: Das Gefühl, daß es nicht durchkommt. Dennoch, sobald man beginnt, darüber nachzu­denken, verwischt das Gefühl, wird alles verwirrt.

Es gibt welche, die oben am Rücken blockiert sind, genauer zwischen dem ersten und fünften Halswirbel. Das verhindert, daß die Einatmung weiter nach unten geht, und das nicht nur während der Erkältung, sondern fast im Dauerzustand. Sie ähneln an dieser Stelle Schildkröten im Panzer. Anstatt zu sinken, steigt die Energie in den Kopf, der dadurch siedet. Sobald sie versuchen einzuatmen, beginnt sich der Kopf mit erschreckender Geschwindigkeit zu drehen, und die Hände zittern, um die Energie zu verausgaben. Andere von ihnen sind im Solar Plexus blockiert.

Wenn es sich um eine Flasche handelte, wäre die Sache ganz einfach. Man müßte nur mit einer Flaschenbürste durch den Flaschenhals fahren, um den Schmutz zu reinigen.

Was für Komplikationen im Fall der Menschen! Nicht zufrieden mit den Komplikatio­nen, die sie schon haben, hören sie nicht auf, andere zu erfinden; als ob sie sich entehren würden, wenn sie sich mit einer einfachen Lösung zufrieden gäben.

(Aus: Itsuo Tsuda: Le Dialogue Du Silence, Ecole de la respiration V, Paris 1973; S. 35-40)
Übersetzung/Copyright: Michael Rotter * www.LoveBirth.de * 0157-870 66 882 *

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